Mutter geht

Es sind ganze Kerle, die beiden. Ich kann mir vorstellen, dass sie ihre Mutter ganz schön auf Trab gehalten haben.

Jetzt ist sie in den letzten Atemzügen und sie hört sich an wie eine gluckernde Kaffeemaschine.

Vielleicht wünscht man sich frische Brötchen, einen neuen Tag, oder gar die Aufforderung das Zimmer aufzuräumen, nur damit man ihr den Gefallen tun kann…

Ich habe keine Ahnung. Meine Mutter lebt noch.

Es gab Zeiten, da fragte ich mich ernsthaft, ob ich weinen würde, wenn sie sterben würde.

Jetzt bin ich dankbar, dass ich mir darüber sicher bin.

 

Es ist ein friedvolles Bild, das die drei abgeben. Ein Bild von Zärtlichkeit.

Was weiß ich, aus welchem Gefühl die Tränen geformt sind, die einer von beiden hemmungslos weint, als die Zeit gekommen ist. Und die, die der andere für sich behält, als das Gluckern endlich verklingt. Wer kann nur ansatzweise ahnen, wie es ist, wenn Mutter geht?

Dieses Bild von den dreien hat sich mir tief eingeprägt. Und ich wünsche mir, dass es so oder so ähnlich sein wird, wenn sich mit ihr, auch ihre Berufung niederlegt.

Schreibe einen Kommentar